Erfolg in Mathe: Motivation ist wichtiger als Intelligenz

Erfolg in Mathe: Motivation ist wichtiger als Intelligenz

Was ist das Geheimnis guter Mathe-Noten? Begabung und Fleiß? Eine Langzeitstudie mit 3500 bayerischen Schülern zeigt nun: Intelligenz spielt nur in jungen Jahren eine Rolle. Letztlich zählt allein die Motivation.

Berlin – Die Mathematik ist voller Rätsel. Es gibt Aufgaben, an denen ganze Generationen von Mathematikern verzweifelt sind. Von den sieben sogenannten Millennium-Problemen, formuliert im Jahr 2000 vom Clay Mathematics Institute in Cambridge (USA), ist erst ein einziges gelöst. 2002 gelang dem Russen Grigorij Perelman der Beweis der legendären Poincaré-Vermutung. 

Nach wie vor ungeklärt ist aber auch die Frage, warum der eine Mensch Zahlen und Dreiecke liebt und der andere Mathe partout nicht versteht. Es gibt immerhin einige Indizien: Das kulturelle Umfeld ist wichtig. Welchen Status hat die Mathematik? Werden Mädchen beim Lernen ermutigt oder redet ihnen die eigene Mutter ein, dass Zahlen nichts für sie sind?

Überraschende Erkenntnisse liefert nun eine Langzeitstudie der Universität München (LMU). Kou Murayama und seine Kollegen haben die Entwicklung von 3500 bayerischen Schüler über sechs Jahre verfolgt. Und dabei zeigte sich, dass jene Kinder den größten Leistungszuwachs erzielten, die besonders hoch motiviert waren. Die Intelligenz der Schüler spielte hingegen keine Rolle.

Jährliche Tests mit bayerischen Schülern

„Es kommt nicht darauf an wie schlau jemand ist, sondern auf die Motivation und wie er lernt“, schreiben Murayama und seine Kollegen im Fachblatt „Child Development“ (Pdf). Nur in jungen Jahren gebe es einen Zusammenhang von mathematischen Fähigkeiten und Intelligenz. Der im Laufe der Jahre erreichte Lernfortschritt werde jedoch allein von der inneren Motivation des Kindes und seiner Lernstrategie positiv beeinflusst. Dass Intelligenz den Erfolg nicht beeinflusse, sei „beeindruckend“, sagte Murayama.

Die Studie nutzt Daten aus dem Projekt zur Analyse der Leistungsentwicklung in Mathematik – kurz Palma. Insgesamt 3530 Schüler aus Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien in Bayern nahmen daran teil. Ihre Fähigkeiten in Mathematik wurden von der 5. bis zur 10. Klasse getestet. Hinzu kamen Intelligenztests am Ende der 5. und am Ende der 7. Klasse.

Um sich ein Bild von der Motivation verschaffen zu können, legten die Psychologen den Kindern verschiedene Aussagen zur Bewertung vor. Beispielsweise: Je mehr ich mich in Mathe anstrenge, umso besser schneide ich ab. Ich mache viel für Mathe, weil es mir Spaß macht. Und: Ich strenge mich in Mathe an, weil ich gute Zensuren haben möchte.

Lernen fürs Zeugnis?

Auch die Lernstrategien wurden abgefragt: Versuchen die Kinder selbständig Verbindungen zwischen verschiedenen Mathegebieten herzustellen? Lässt sich beispielsweise eine Rechenaufgabe geometrisch lösen? Lernen die Kinder bei manchen Matheproblemen die Lösungsschritte einfach auswendig?

Die Ergebnisse waren eindeutig: Schüler verbesserten sich dann besonders stark in Mathe

  • wenn sie daran glaubten, dass Anstrengung sich auszahlt,
  • wenn sie Spaß an dem Fach hatten (intrinsische Motivation) und
  • wenn sie geschickte Lernstrategien benutzten. 

Verblüffend ist auch, dass das häufige Auswendiglernen von Lösungswegen der Entwicklung der Kinder nicht nützt, sondern sogar schadet. Ein typisches Beispiel für solche schematischen Lerntechniken sind die sogenannten Kapitänsaufgaben, bei denen Kinder ohne Nachzudenken 26 Schafe und 10 Ziegen zu 36 Jahren addieren.

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