Wie körperliches Empfinden die Gefühle beeinflusst!

Wie körperliches Empfinden die Gefühle beeinflusst!

Körperliche Empfindungen ändern unser Verhalten. Bleistiftkauen beispielsweise macht fröhlich – sagen Psychologen. Und geben dem Phänomen einen Namen. (Von Christine Amrhein)

Ein Bleistift im Mund macht fröhlich. Das Stehen auf einem Podest stimmt milde. Ein bitterer Geschmack im Mund geht mit einer strengeren Beurteilung des Verhaltens anderer einher. Klingt weit hergeholt? Ist es aber nicht: All diese Zusammenhänge haben Psychologen in Studien beobachtet. Sogar einen Namen haben sie dem Phänomen gegeben: Embodiment, was so viel heißt wie Verkörperung.

„Im Grunde genommen wissen wir schon lange, dass Gefühle und andere mentale Vorgänge durch körperliche Empfindungen beeinflusst werden“, sagt der Psychologe Lawrence Sanna von der University of North Carolina in Chapel Hill. „Aber erst in jüngster Zeit werden diese Vorgänge im Detail untersucht.“

Erste Ergebnisse stammen aus dem Jahr 1988. Damals führte der Sozialpsychologe Fritz Strack an der Universität Mannheim ein inzwischen klassisches Experiment durch: Er ließ Probanden einen Bleistift quer in den Mund nehmen. Dadurch hoben sich automatisch und unbewusst ihre Mundwinkel – mit einem verblüffenden Effekt: Die Probanden fanden eine Reihe von Cartoons mit Stift im Mund deutlich lustiger als ohne. Allein das unbewusste Lächeln versetzte die Probanden also in eine fröhlichere Stimmung.

„Weitere Untersuchungen aus den 90er Jahren haben dann gezeigt, dass sowohl die Mimik als auch die Körperhaltung beeinflussen, wie man sich fühlt und wie man sich selbst sieht“, sagt Sascha Topolinski, Psychologe an der Universität Würzburg. „Dies wird auch bereits häufig in psychologischen Coachings oder in der Körperpsychotherapie genutzt.“

Hier lernen die Teilnehmer, ihre eigene Körperhaltung und Mimik bewusst zu beobachten und anschließend zu verändern. „Zum Beispiel strahlt jemand mit einer aufrechten Körperhaltung mehr Selbstbewusstsein aus und fühlt sich tatsächlich auch deutlich selbstsicherer als jemand, der eher zusammengekauert dasitzt“, erläutert Topolinski.

Embodiment spielt auch bei der Bewertung von menschlichen Eigenschaften oder Moralvorstellungen eine Rolle. So ist jemand, der eine warme Tasse in der Hand hält, freundlicher zu seinen Mitmenschen – hier besteht also offenbar ein Zusammenhang zwischen der körperlich gefühlten Wärme und dem abstrakten Konzept davon. Gleiches gilt für das „reine Gewissen“: Sollen sich Probanden an vergangene moralische Vergehen erinnern, benutzen sie mehr Desinfektionstücher – so, als ob sie sich damit das Schuldgefühl von den Händen waschen wollten.

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